Der beste Boden

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Erfolgreiche Kulturpflege

Das Ziel der Kulturpflege ist es, das Pflanzenwachstum zu fördern. Beeinflusst wird dies durch verschiedene Faktoren: dazu zählen kulturspezifische Besonderheiten, wie etwa die Empfindlichkeit in verschiedenen Vegetationsstadien, die Zusammensetzung der vorzufindenden Unkrautflora und deren Schadwirkung. Außerdem sind die Bodenbedingungen am Standort, der Witterungsverlauf über die Anbausaison und eine exakte Kornablage bei der Aussaat wesentlich und erfolgsentscheidend.

Unkrautstrategie

Die Zusammensetzung der Begleitvegetation ist entscheidend für die Wahl der richtigen Kulturpflegestrategie.

Samenunkräuter vermehren sich generativ über die Samen. Um die Konkurrenz zur Kulturpflanze auf ein Minimum zu reduzieren, erfolgt die Bekämpfung der Samenunkräuter bestenfalls im Keimblattstadium durch Verschütten oder Ausreißen.

Wurzelunkräuter vermehren sich hingegen vorrangig vegetativ durch Wiederaustreiben von Pflanzenmaterial. Eine sichere Bekämpfung erfolgt nur durch Abschneiden.


Hack- und Striegeltechnik

Hackstriegel leisten einen wichtigen Beitrag in der reihenunabhängigen Unkrautbekämpfung vorrangig gegen Samenunkräuter.

Durch ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten haben sie sich zur Schlüsselmaschine im ökologischen Landbau etabliert.

Neue ackerbauliche Herausforderungen stärken ihre Rolle ebenso im integrierten Pflanzenbau. Striegeln verspricht beispielsweise gute Erfolge, wenn Bodenherbizide aufgrund anhaltender Trockenheit, Resistenzbildung oder den Wegfall von Wirkstoffen geringere Wirksamkeit zeigen.

Die Einsatzgrenzen moderner Striegeltechnik sind Altverunkrautung und mehrjährige Wurzelunkräuter. Sie müssen durch angepasste Bodenbearbeitung, wie etwa mit dem Flachgrubber oder den Einsatz der Hackgeräte in Reihenkulturen unterdrückt werden.


Funktionsprinzip des Hackstriegels

Ziel ist es, mit dem Striegel die Unkräuter bereits im frühen Fädchen- bis Keimblattstadium zu bekämpfen. Daher sollte der erste Einsatz des Striegels so früh wie möglich erfolgen. Wird erst später gestriegelt, lässt der Erfolg der mechanischen Unkrautregulierung nach.

Das Funktionsprinzip des Hackstriegels besteht im Wesentlichen aus zwei Faktoren:

  • Verschütten: durch den Eingriff der Zinken wird die oberste Bodenschicht bewegt und die Beikräuter verschüttet. So wird die Photosyntheseleistung unterbrochen und das Unkraut verkümmert.

  • Herausreißen oder freilegen: ein Teil der Unkräuter wird durch die Zinken aus dem Boden gerissen, bleibt an der Oberfläche liegen und vertrocknet.

Bis zu einem gewissen Grad können außerdem Verkrustungen aufgebrochen werden, um den essenziellen Wasser- sowie Gasaustausch wiederherzustellen.


Selektivität

Die Selektivität bezeichnet den Schutz der Pflanze gegenüber deren Schädigung während des Striegelvorgangs. So bedeutet 100 % Selektivität keinen Schaden für die Kulturpflanze.

Die Kulturpflanze braucht einen Wachstumsvorsprung gegenüber den Beikräutern, welcher mit jeder Kulturpflegemaßnahme über die Vegetationsdauer hinweg weiter ausgebaut wird. Daher empfiehlt PÖTTINGER den frühestmöglichsten Striegeleinsatz.

+ = Striegeln gut möglich

o = Striegeln eingeschränkt möglich

- = kein Striegeln möglich

Das falsche Saatbett

Das falsche Saatbett oder auch Scheinsaat bedeutet, dass die Saatbettbereitung etwa zehn Tage vor der Aussaat erfolgt. Gestriegelt wird dann unmittelbar vor der Aussaat mit einer flachen und aggressiven Einstellung.

So kann die erste Unkrautwelle schon vor der Aussaat beseitigt werden und es kommt zu keinem Kulturschaden.

Das Striegeln vor der Aussaat senkt den potenziellen Unkrautdruck in der Kultur präventiv und sorgt für einen reibungsloseren und gleichmäßigeren Saataufgang.

Die Selektivität für das Striegeln der Scheinsaat liegt durch das Fehlen der Kulturpflanze zum Zeitpunkt des Striegeleinsatzes bei 100 %.


Blindstriegeln

Als Blindstriegeln wird die Überfahrt mit dem Hackstriegel nach der Aussaat aber vor dem Auflaufen der Kulturpflanze bezeichnet.

Die Selektivität hängt beim Blindstriegeln von der räumlichen Distanz zwischen Keimling und der Striegelzinken ab. Die sichere Entfernung der Zinken zum Keimling stellt eine hohe Selektivität und sehr geringe Kulturschäden sicher.

Im Allgemeinen ist das Blindstriegeln eine sehr effektive Maßnahme und unter guten Bedingungen mit der Wirkung eines Bodenherbizids vergleichbar.

Ist das Blindstriegeln in der Unkrautstrategie vorgesehen, wird etwas tiefer gesät, um den möglichen Zeitraum des Striegeleinsatzes auszudehnen.


Striegeln im Bestand

Direkt beim Auflaufen der Kulturpflanze sollte nicht gestriegelt werden. Erst, wenn die Kulturpflanze gut genug verwurzelt ist, kann der nächste Striegeldurchgang erfolgen.

Die Selektivität ist ab diesem Zeitpunkt wesentlich beeinflusst vom Wachstumsvorsprung der Kulturpflanze im Vergleich zum Unkraut. Im besten Fall ist die Widerstandsfähigkeit der etablierten Kultur höher als jene neu gekeimter Schadpflanzen.

Zu Beginn sollte mit weniger Druck und niedrigerer Geschwindigkeit gestriegelt werden. Je robuster und stärker verwurzelt die Kulturpflanze ist, desto aggressiver kann gestriegelt werden. Das begünstigt die Effektivität der Unkrautbekämpfung.