Potenziale der Unterfußdüngung bei Getreide

Potenziale der Unterfußdüngung bei Getreide

Mulchsaatverfahren am Beispiel Sommerdurum

Pöttinger ergänzt seine Linie der Mulchsaatmaschinen TERRASEM mit einer weiteren Neuheit: der Unterfußdüngung. Der Einsatz der Technik der Unterfußdüngung ermöglicht zeitgleich zur Aussaat das Ausbringen von Mikro- und Makronährstoffen. Damit können optimale Wachstumsbedingungen in der Jugendphase des Korns geschaffen und so die generative Korn-Leistung gesteigert werden.
An der Universität für Bodenkultur in Wien, Department für Nutzpflanzen, wurde 2012 ein Diplomarbeitsversuch mit der Pöttinger Mulchsaatmaschine mit Unterfußdüngung, der TERRASEM C6 fertilizer durchgeführt.
Bei dem Diplomarbeitsversuch wurden folgende Fragen gestellt:
  1. Bringt die Anwendung der Unterfußdüngung bei Sommergetreide höhere Erträge?
  2. Welche Dünger bringen bei der Unterfußdüngung die höchsten Ertagszuwächse?
  3. Welche Düngermenge (zur Saat) bringt bei der Unterfußdüngung die höchsten Erträge?

Die Versuchsbedingungen:

2012 herrschte während der gesamten Vegetation extreme Trockenheit (155 mm). Der erste nutzbare Niederschlag fiel ab Juni. Dazu herrschte bis Ende März sehr kalte Witterung. Ölrettich als Winterbegrünung war die Vorfrucht und es erfolgte keine vorausgehende Bearbeitung.
Bei der Aussaat (Mulchdirektsaat) am 5. März 2012 war der Boden extrem trocken (geringe Winterfeuchte), ca. ein Drittel der üblichen Niederschlagsmenge. Durch die Trockenheit wurde ein verzögerter Auflauf des Bestandes beobachtet. Die Ernte erfolgte am 17. Juli 2012.



Drei Düngerregime - in Summe je 120 kg Stickstoff:

NS = Nachsaat
UFD = Unterfußdüngung


Technische Einstellungen:
  • Sommerdurum: 430 Körner/m2 (TKG 47)
  • Saattiefe 3 cm
  • Unterfußdüngung – Varianten zur Nachsaatdüngung (Basis)
  • Drei Düngerarten (NAC 27%N, Harnstoff 46%N, ENTEC 26%N)
  • Düngerablagetiefe 8 cm
  • Ertragserfassung bei 14 %




Steigende Düngerpreise, neue Düngerformen sowie neue Düngerverordnungen und Umweltauflagen machen ein exaktes Düngermanagement sowie Düngerbilanzierung in Zukunft notwendig. Die Pöttinger TERRASEM Mulchsaatmaschinen bieten mit ihren beiden Varianten der Unterfußdüngung hier für alle individuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten das richtige Verfahren.

Sehr geringer Niederschlag von 62 Liter in der Hauptvegetation:


Die Ertragsauswertung:


NS = Nachsaat: Düngergabe nach der Aussaat (= Basis 100 %)
UFD = Unterfußdüngung
In allen Parzellen wurde in Summe 120 kg RN gedüngt!


Die Interpretation der Testergebnisse mit der TERRASEM C6 fertilizer:
  • NAC bringt ab 120 kg mit Unterfußdüngung einen Mehrertrag von ca. 8 %
    -» Mehrertrag durch geringe Emmissionsverluste -» Gute Versorgung (Überversorgung) der Pflanze
  • Harnstoff bringt bereits in der Variante 40 kg Unterfußdüngung und Rest konventionelle Düngung einen Mehrertrag von bis zu 4,5 % -» Mehrertrag durch geringe Emissionsverluste mit Unterfußdüngung der ersten 40 kg und langsamen Pflanzenverfügbarkeit gemäß des Wachstumsfortschrittes
    -» Harnstoff oben auf (2 x 40 kg) hat hohe atmosphärische Verdunstung (20 – 35 % gehen verloren
  • ENTEC mit Variante Unterfußdüngung 120 kg bringt den höchsten Ertragszuwachs + 18% -» konsequente, langsame Mineralisierung des Düngers – ständige Versorgung der Pflanzen während der gesamten Phase
    -» keine Verdunstungverluste

Mit der Unterfußdüngung sind bis + 20 % Mehrertrag mit 120 kg rein Stickstoff möglich. Dieser Mehrertrag ergibt sich durch die konsequente Nachlieferung und Mineralisierung.

Die Vorteile der Unterfußdüngung:
  • Abhängig von Bodenerwärmung und Wasserverfügbarkeit ist die Umsetzungsdauer des Düngers gemäß der Pflanzenentwicklung ziemlich ident
  • Keine unnütze Verluste durch Auswaschung und Emission in die Luft
  • Es können 50 % Düngermenge zur Saat und 50 % der Düngermenge vor der Wachstumsphase der generativen Anlage (EC 36) eingebracht werden. Der Vorteil ist, dass bestandesbedingt die Düngermenge variiert werden kann. Hinsichtlich der Jugendentwicklung wurden folgende Ergebnisse erzielt
  • In den oberen Bodenbereich eingebrachter Dünger fördert die Jugendentwicklung und schnellere Bodenbedeckung – höheres Biomassewachstum
  • Es hat gezeigt, dass nitratbetonte Dünger tendenziell die Jugendentwicklung bei trockenen Bedingungen schlecht fördern
  • Bei anhaltender Trockenheit nimmt die Pflanze die Nährstoffe sehr langsam auf
  • Die Austrocknung geht schneller voran, als sich die Wurzeln in die Tiefe entwickeln können
  • Langsam fließende Dünger bewirken ein leichte Toxizität bei trockenen Wachstumsbedingungen

Die Ergebnisse zur Spätentwicklung:
  • Durch die fehlende Feuchte kam der Dünger nicht voll zur Wirkung (durch Nmin Untersuchungen gezeigt) -> Dünger wurde nicht mineralisiert!
  • Langsam fließende Dünger befürworten höhere Düngermengen bei Unterfußdüngung (Risiko Versauerung!)
  • Düngermengen über 110 kg N bringen keine signifikanten Mehrerträge
  • Zu hohe Düngermenge kann zu Ertragsdegressionen führen
  • Speziell bei Trockenheit besteht die Gefahr, dass im Bereich der Wurzel zu hohe N-Konzentrationen und somit Toxizität entsteht (120 kg Harnstoff -Ammonium!)

Fazit:

Gemäß der Witterung und der extremen Trockenheit während des Beobachtungszeitraumes wird ersichtlich, dass durch wassersparende Aussaat und Düngung eine Ertragssteigerung möglich ist. Bei steigender Düngermenge wird durch die Unterfußdüngung der Ertrag erhöht. Ausgenommen hierbei ist jedoch der Harnstoff: durch Mehrmenge steigt das Risiko der Toxität an der Wurzel.
Wenn unmittelbar nach der Aussaat mit Unterfußdünger etwas Niederschlag vorhanden ist, geht der Dünger schneller in Bodenlösung und die Konzentration im Wurzelbereich wird geringer und damit auch die Toxizitätsbelastung. Die Frühjahrsaussaat mit Unterfußdüngung bringt geringere Verluste in die Atmosphäre und damit stehen diese Nährstoffe den Pflanzen zur Verfügung. Durch die Witterungsänderungen werden sich auch künftig in der Landwirtschaft die Düngungsanwendungen ändern. Die Pöttinger TERRASEM Mulchsaatmaschinen bieten mit der Unterfußdüngung für alle individuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten das richtige Verfahren.

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